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Auf dem Weg zum "Grünen Autohaus" (5): Bericht in der Fachzeitschrift "kfz-betrieb"

Umweltschutz im Autohaus: ein Widerspruch?
Die Fachzeitschrift "kfz-Betrieb" berichtet diesen Winter zum Thema "Grünes Autohaus" über unsere BMW Standorte.

Ob der Betrieb von Autohäusern und Umweltschutz zusammenpassen und wenn ja, wie dies erreicht werden kann, dazu berichtet der Journalist Dietmar Fund diesen Winter in der Zeitschrift "kfz-Betrieb". kommt. Er informierte sich dazu bei unseren Mitarbeitern und unserem Energieberater.

Lesen Sie seinen Artikel hier vorab:

Strom zu sparen lohnt sich immer:
Mit Solarstrom und LED-Beleuchtung wurde ein junges BMW-Autohaus in Mertingen noch effizienter.

In seinem im Jahr 2000 gebauten BMW-Autohaus in Mertingen hat Ulrich Langer das Energiesparen auf einem vergleichsweise hohen Niveau begonnen. Mit der Fußbodenheizung in den Ausstellungs- und Büroräumen und mit Gas befeuerten Deckenstrahlern in der Werkstatt hatte er effiziente Heiztechniken gewählt. Seit sich der Besitzer dreier Autohäuser und einer Tankstelle aber das Kohlendioxid-neutrale Autohaus als langfristiges Ziel gesetzt hat, achtet er in seinen Betrieben noch stärker als zuvor auf den Stromverbrauch.

Im zweiten Halbjahr 2010 führte Langer die ersten Gespräche mit Dipl.-Ing. Elektrotechnik (BA) Christoph Neymeyer aus Meitingen, den er noch als IT-Produktvertriebsmanager kennengelernt hatte. Inzwischen hatte sich Neymeyer zum Spezialisten für Photovoltaik (PV) und energiesparende Lichttechnik und weiterentwickelt. Er plante eine maßgeschneiderte PV-Anlage für das Flachdach des BMW-Autohauses in Mertingen und erstellte eine Amortisationsrechnung, die Ulrich Langers Hausbank auf Anhieb überzeugte.
Beim Bau der Anlage im Frühjahr 2011 wurde der langjährige Elektroinstallateur des Autohauses hinzugezogen, um einen stets greifbaren, zuverlässigen Betreuer zu haben. Das Autohaus bestellte aus Kostengründen Solarzellen eines spanischen Herstellers und kombinierte sie mit Wechselrichtern aus deutscher Produktion. „Deutsche und Europäer kennen die hiesigen Netze viel besser, deshalb sollte man bei Wechselrichtern nicht sparen“, rät Neymeyer.

Der Mertinger Betrieb hat ein Flachdach. Es besteht aus Trapezblech, einer darüber liegenden Schicht aus Isoliermaterial und einer Folienschicht. Auf diesem begehbaren Untergrund liegt die Trägerkonstruktion der insgesamt 200 Quadratmeter großen Solarzellenfläche auf. Sie ist an etwa 100 Stellen mit der Dachhaut verklebt. „So wird die Isolierschicht nicht wie beim Verschrauben zusammengedrückt“, erklärt der PV-Spezialist. „Außerdem wird die Dachhaut so nicht verletzt. Bohrlöcher hingegen sind eine Schwachstelle. Sie können unter Kälte- und Hitzeeinwirkung schnell zu Rissen werden.“ Deshalb wurde die Verkabelung auch nicht durch das Dach hindurch verlegt, sondern außen entlanggeführt.

Die Verklebung, die bestimmte Temperaturen voraussetzt, erledigte ein für solche Einsätze geschulter Dachdecker. „Bevor man mit der Montage beginnt, sollte man aber besonders bei 15 bis 20 Jahre alten Dächern eine vorherige Dachsanierung überlegen, denn schließlich sollte eine Solaranlage rund 25 Jahre lang halten“, rät Christoph Neymeyer.
Die in Mertingen installierten Solarzellen mit einer Anlagenleistung von 32 kWp sind seit April 2011 zuverlässig am Netz. Sie haben im Jahr 2012 rund 36.000 kWh Strom erzeugt – mehr als erwartet. „Davon haben wir etwa 60 Prozent im Betrieb selbst verbraucht und damit unseren hohen Dauerstrombedarf sehr stark mit selbst erzeugtem Strom abgedeckt“, berichtet Ulrich Langer. „Den zeitweiligen Überschuss speisen wir noch zu guten Konditionen ins Netz ein.“ Der Unternehmer hat am Standort Wertingen in eine weitere PV-Anlage mit einer Anlagenleistung von 36 kWp investiert, die im Juni 2011 ans Netz ging. Insgesamt hat er rund 200.000 Euro für die Photovoltaik ausgegeben und freut sich, dass er damit eine langfristig sichere Kalkulationsbasis hat und der Umwelt jährlich 50 Tonnen Kohlendioxid erspart.

„Zwar ist die Einspeisevergütung seit 2011 spürbar gesunken, aber dafür haben sich auch die Preise für die Solarmodule mehr als halbiert und die Stromkosten sind deutlich gestiegen“, bilanziert Christoph Neymeyer. „Daher ist die Solartechnik für Autohäuser zwar nicht mehr ganz so spannend wie früher, aber immer noch lohnend, weil damit weniger Strom teuer eingekauft werden muss.“

Da Ulrich Langer mit weiterhin steigenden Energiepreisen rechnet und die CO2-Bilanz seiner Betriebe weiter verbessern möchte, hat er die Anregung von Neymeyer aufgegriffen, LED-Leuchtmittel einzusetzen, die Energie effizienter nutzen. „In Mertingen kamen zwar außer Halogenlampen vergleichsweise sparsame Leuchtstoffröhren zum Einsatz, aber all diese Leuchtmittel werden heiß, belasten mit ihrer Abwärme im Sommer die Klimaanlage und brennen häufig tagsüber durchgehend“, erzählt Langer. „Daher ersetzen wir seit 2011 nach und nach alle Leuchtmittel durch LED. Sie brauchen als Ersatz für Halogenlampen nur noch ein Fünftel des Stroms und als Ersatz von Leuchtstoffröhren etwa die Hälfte. So konnten wir durch den LED-Einsatz bereits 6 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Bis Ende 2013 werden wir etwa 15 Tonnen CO2 beziehungsweise 24.000 kWh pro Jahr durch LED-Technik einsparen.“

Bei der Umrüstung ging Neymeyer dem Stand der LED-Technik entsprechend vor und tauschte zunächst Lampe gegen Lampe, wo ein geeignetes LED-Leuchtmittel in die alte Fassung passte. Als erstes steckte er oberhalb einer Sitzgruppe für wartende Kunden 1-Watt-LED-Lämpchen anstelle der 10-Watt-Halogenlämpchen in die Fassungen. An den Arbeitsplätzen orientierte sich der LED-Fachmann an der DIN und den Verordnungen, die man bei jeder Aktualisierung der Beleuchtung einhalten muss. Sie sieht für Büro- und für Werkstatt-Arbeitsplätze bestimmte Helligkeitswerte vor. Neymeyer maß an den Arbeitsplätzen, welchen Wert die LED bringen müssen, und wählte mit den Mitarbeitern die Farbtemperatur aus. Sie durften auch sagen, ob sie lieber klare Leuchten oder matte möchten, die minimal dunkler sind.

Nach der Umstellung der meisten Büro-Arbeitsplätze kamen die Leuchtstoffröhren im Lager und in der Werkstatt an die Reihe, für deren Aufhängungen die ersten LED-Röhren noch zu schwer gewesen waren. Aus den Gehäusen entnahm der Elektriker die Vorschaltgeräte. Sie hätten zwar nicht gestört, aber unnötig Strom gebraucht und wären eine Fehlerquelle gewesen.

„Die LED erzeugen ein dem Tageslicht sehr nahes, flimmerfreies Lichtspektrum und sind deshalb viel angenehmer für die Augen als Energiesparlampen oder Leuchtstoffröhren“, erklärt der Licht-Berater. „Da LED ihr Licht gezielt in eine Richtung abstrahlen und anders als eine Leuchtstoffröhre nicht zum Teil über den Reflektor, geht auch weniger Licht verloren. Außerdem bleiben sie über ihre Lebensdauer gleich hell.“
Heute gäbe es LED-Leuchtmittel mit drei Jahren Garantie, sagt Neymeyer. Durchschnittlich 30.000 Betriebsstunden sollten die LED halten, was ungefähr fünf- bis zehnmal mehr sei als bei einem herkömmlichen Leuchtmittel. Außerdem würden LED sofort hell und seien nahezu schaltfest – häufiges Ein- und Ausschalten verringert im Gegensatz zu herkömmlichen Leuchtmitteln oder Energiesparlampen nicht spürbar die Lebensdauer. Was für Ulrich Langer auf seinem Weg zum „Grünen Autohaus“ ebenfalls zählt, ist der Verzicht auf das Quecksilber herkömmlicher Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren.

Allerdings sind LED-Leuchtmittel derzeit etwa fünfmal so teuer wie herkömmliche. Während sich der Tausch von Halogenlampen gegen LED innerhalb eines Jahres rentiert, zahlt sich der Tausch einer relativ effizienten Leuchtstoffröhre gegen eine LED-Röhre erst nach etwa zweieinhalb Jahren aus.
Auf jeden Fall sind LED die ideale Basis für die nun anstehende Weiterentwicklung der Regelungstechnik. Licht über Bewegungsmelder nur dort einzuschalten, wo es gebraucht wird, ist schon heute umsetzbar. Bald wird es auch wirtschaftlich sinnvoll sein, die Helligkeit in Abhängigkeit von der Umgebung stufenlos anzupassen.
Wegwerfen muss Ulrich Langer die etwa 1.000 herkömmlichen Lampen und Leuchtstoffröhren an seinen drei Standorten und die als Ersatz gelagerten Leuchtmittel übrigens nicht: Was noch gut ist, wird nach dem Ausbau einfach da eingesetzt, wo das Licht selten gebraucht wird, beispielsweise in den Aufenthaltsräumen, im Reifenlager und in Abstellkammern. Auch die Waschanlage bleibt fürs erste eine Domäne der alten Leuchtstoffröhren. Trotz der wasserfesten Abdeckung kommt doch immer wieder Feuchtigkeit in die Gehäuse, und die wäre für LED-Technik momentan noch ziemlich ungesund.


Kurzinterview: Vier Fragen an. . .
. . . Christoph Neymeyer, selbständiger LED- und Photovoltaik-Berater und Projekteur aus Meitingen

Welche Stolpersteine gibt es bei der Photovoltaik?
Neymeyer: Viele Anbieter arbeiten auf Provisionsbasis und sind nach dem Bau nicht mehr greifbar, wenn es Probleme gibt. Teilweise werden bei der Montage angelernte Hilfskräfte statt Facharbeitern eingesetzt oder es wird am Material gespart. Einige Anlagen sind deshalb unzureichend befestigt.

Wie kann man das vermeiden?
Neymeyer: Indem man einen seriösen Fachbetrieb in der Region beauftragt, denn der hat einen Ruf zu verlieren und wird Fehler entsprechend schnell beheben. Ratsam ist es auch, nach Referenzkunden zu fragen und mit denen über ihre Erfahrungen zu reden.

Was sollte ein seriöses Angebot enthalten?
Neymeyer: Eine ausreichende Untersuchung der örtlichen Gegebenheiten, speziell des Daches, auf das die Anlage montiert werden soll, und einen angemessenen Pauschalpreis. Weiterhin eine konservativ-realistische Amortisationsrechnung sowie die Projektsteuerung bis zum Anschluss der Anlage ans Netz. In der Angebotsphase ist aus meiner Sicht auch zu klären, dass der Anlagenverkäufer den Kunden auch während der späteren Betriebszeit weiterhin bei Fragen unterstützen und beraten wird.

Was kostet eigentlich Ihre Beratung?
Neymeyer: Das lässt sich pauschal nicht sagen. Meine Pauschale hängt unter anderem von der Größe der Anlage ab, die den Aufwand bestimmt. Ob das Projekt einen Referenzcharakter hat, ist ein weiterer Einflussfaktor.

Quelle und Copyright:
Dietmar Fund / Vogel Verlag, Max-Planck-Str. 7/9, 97082 Würzburg